Nachrichten von unserem Fachbeirat
Neurostimulator
Der Neurostimulator, der in Jülich entwickelt und von der Firma
ANM intensiv beworben wird, wurde von den Beiratsmitgliedern intensiv
diskutiert. Dabei ging es um die durchgeführte Studie an Patienten.
Beleuchtet wurden die angegebene Verbesserungsquote und eine mögliche
Verschlechterung des Tinnitus durch diese Therapiemaßnahme.
Die Firma ANM wirbt bei Patienten damit, dass das Gerät zugelassen
sei, schreibt aber selbst auf ihrer Website vom 17.3.2010 folgendes:
"Das Therapie-Verfahren befindet sich derzeit in der klinischen
Erprobung. Erste Erfahrungen mit chronisch-tonalem Tinnitus sind
sehr positiv. Die ersten klinischen Ergebnisse werden in Kürze
veröffentlicht."
Die Zulassung des Gerätes laut Medizinproduktverordnung bedeutet
aber nicht die Wirksamkeit des Gerätes sondern nur die Unbedenklichkeit,
wenn ein solches Gerät direkt am menschlichen Körper getragen
wird. Unter diese Verordnung fallen z.B. auch Hörgeräte
und andere elektrische Geräte, die an Patienten eingesetzt
werden.
Herr Prof. Tass wurde zum Treffen der Klinikvertreter
im Februar 2010 nach Kassel eingeladen. Er hat ausführlich
über den Neurostimulator, die Probanden, und die Studienergebnisse
berichtet.
Auch auf der Tagung der DGA (Deutsche Gesellschaft für Audiologie)
hat er sein Konzept im März in Frankfurt vorgestellt.
Sowohl auf dem Treffen der Klinikvertreter als auch beim DGA-Treffen
haben sich Vertreter des Fachbeirates der DTL mit Prof. Tass unterhalten
und sich mit der Methode auseinandergesetzt. Da wir in der DTL
sehr kompetente Fachleute haben, ist die Bewertung der Methode
für uns maßgeblich.
Der Fachbeirat der DTL hat deshalb folgenden Beschluss
zur Veröffentlichung und Information unserer Mitglieder
gefasst: Für das Gerät liegt bisher kein Wirksamkeitsnachweis
in Form einer klinischen Studie vor. Bisher liegen keine
Publikationen in Fachzeitschriften vor. Die im Rahmen von
Vorträgen vorgestellten Daten wurden im wiss. Beirat
diskutiert. Die Daten reichen nicht aus, um eine gültige
Aussage zur Wirksamkeit und zur Sicherheit dieser Behandlungsmethode
zu treffen. Daher rät die DTL von dieser Therapie zum
jetzigen Zeitpunkt ab. Sobald umfassendere Daten vorliegen,
kann eine Neubewertung des Verfahrens vorgenommen werden.
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