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Fahrtauglichkeit bei Morbus Menière

1996 stellt D. Höhmann (Euro-Med-Clinic, Fürth) im Deutschen Ärzteblatt unter der Überschrift "Die Kraftfahreignung bei Hörstörungen und Vestibulariserkrankungen" (Gleichgewichtserkrankungen, Anm. d. Verf.) fest: "Wer unter ständigen oder anfallsweise auftretenden Störungen des Gleichgewichts leidet, ist zum Führen von Kraftfahrzeugen aller Klassen ungeeignet."
Besonders aufgeführt werden unter anderem Morbus Menière, der Ausfall eines Gleichgewichtsorgans, der Lagerungsschwindel, Schwindel bei Migräne oder Multipler Sklerose, das Akustikusneurinom sowie Schwindel als Folgen von Medikamenteneinnahme. Lediglich nach einem schwindelfreien Intervall von mind. sechs Monaten könne die Fahrerlaubnis nach ärztlichem Gutachten für die Fahrzeuge der Klasse 1 wieder erteilt werden. Höhmann verweist aber auch auf eine Begutachtung des Einzelfalls unter Berücksichtigung insbesondere vier wichtiger Faktoren:
- Ergibt sich durch den Anfall eine Beeinträchtigung der Fahrtauglichkeit?
- Kommt das Anfallsgeschehen so plötzlich, dass ein rechtzeitiges Abstellen des Fahrzeuges und Abwarten der Anfallsfolgen nicht mehr möglich ist?
- Welche Wiederholungstendenz und welche Wiederholungsfrequenz ist zu erwarten?
- Ist eine Kompensation eingetreten, und gegebenenfalls in welchem Stadium befindet sich die Erkrankung?

Was bedeutet dies für Schwindel- und Menière-Patienten?
Aus der aktuellen Literatur muss der Schluss gezogen werden, dass bei anfallsartiger und nicht vorhersehbarer Schwindelsymptomatik - unabhängig von deren Ursache - eine Eigen- und Fremdgefährdung des Patienten durch das Führen von Kraftfahrzeugen droht und damit eine Fahrtauglichkeit sowohl für den beruflichen wie privaten Bereich nicht gegeben sein kann. So empfehlen wir allen Schwindel-Patienten eindringlich, auf die Führung eines Kraftfahrzeuges zu verzichten.

Was passiert, wenn der Patient gegen die entsprechende ärztliche Empfehlung mit dem Auto fährt?
Solange kein Unfall durch eine Schwindelattacke verursacht wird, wird Sie niemand belangen können. Verursachen Sie einen Unfall, wird es zu Konsequenzen führen, wenn zwischen dem Unfallgeschehen und einer Schwindelattacke ein ursächlicher Zusammenhang hergestellt werden kann. Verursachen Sie aber einen Unfall durch eine Drehschwindelattacke, so wissen Sie, dass Sie dann nicht ohne Schwindel aus dem Auto aussteigen können und so ein Zusammenhang allen Beteiligten relativ offensichtlich wird.

Gilt die Empfehlung eines Fahrverzichts lebenslang?
Der ärztliche Rat, auf das Führen eines Fahrzeuges wegen der Schwindel-Symptomatik zu verzichten, wird sich nur auf die Begutachtungssituation zum Zeitpunkt der Beratung und Untersuchung beziehen. Die Zeitdauer, für die diese Empfehlung ausgesprochen wird, ist selbstverständlich in erster Linie von der Ursache des Schwindels abhängig. Jederzeit kann bei neuen Gesichtspunkten, z. B. einer erfolgreichen Therapie oder einem Verschwinden des Schwindels, eine Überprüfung dieser Empfehlung vorgenommen werden.

Zusammenfassung:
Aus ärztlicher Sicht muss man allen Patienten mit einer nicht vorhersehbaren Schwindel-Symptomatik zum Verzicht auf das Führen eines Kraftfahrzeuges raten. Dies gilt sowohl für den privaten wie beruflichen Bereich. Wegen der erheblichen sozialen Auswirkungen sollte der Arzt den Schwindelpatienten immer umfassend und anhand möglichst fundierter Diagnostik hinsichtlich seines individuellen Risikos beraten.

(Auszug aus dem Artikel "Fahrtauglichkeit bei Morbus Menière" aus TF 3/04)


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