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Kann Blutarmut Ursache für Ohrgeräusche sein?

Blutarmut ist definiert als eine zu niedrige Konzentration von roten Blutkörperchen, die bei Blutverlust (Verletzung, chronischen Blutungen bei Magen-Darm-Erkrankungen, sehr starke Periodenblutungen etc.), mangelhafter Blutbildung (Eisenmangel, seltene Vitamin-Mangelzustände, Erkrankung des Knochenmarks etc.) und auch bei zu schnellem Absterben der roten Blutkörperchen (hämolytische Anämie) vorkommt.

Unabhängig von der Ursache der Blutarmut finden sich die bekannten klinischen Beschwerden wie Blässe, Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit in Form von frühzeitiger Atemnot, schnellem Pulsschlag, niedrigem Bluthochdruck mit Schwindel, der mit Schwarzwerden vor den Augen einher geht, bis hin zu Ohnmachtszuständen bei zu raschem Aufrichten etc. Da der Kreislauf die Blutarmut dadurch zu kompensieren versucht, indem er die Blutzirkulation beschleunigt, hören die Betroffenen typischerweise dabei auch einen Tinnitus in Form von beidseitigem Rauschen, was in der Regel auf die jetzt lauteren Strömungsgeräusche des gesamten Kreislaufsystems zurückzuführen ist.

Es handelt sich damit also um eigene Körpergeräusche, die der Mensch in solchen Phasen hört. Mediziner bezeichnen dies als objektiven Tinnitus, also Ohrgeräusche, die realen Schallwahrnehmungen gleichzusetzen sind.

Viele Menschen kennen Ohrgeräusche aus Situationen, wo aufgrund von Schreck- und Paniksituationen das Herz-Kreislauf-System entsprechend mit einer hohen Blutzirkulation reagiert, wodurch die Strömungsgeräusche des Blutes kräftiger werden und sie in Form von Ohrgeräuschen wahrgenommen werden können. Ähnliche Phänomene treten auch bei heftigem Fieber auf, in Folge dessen die beschleunigte Kreislaufsituation das Rauschen des Blutes hörbar macht.

Es handelt sich also um Sekundarphänomene, die HNO-ärztlich absolut ungefährlich sind, nichts mit einer Erkrankung des Hörsystems zu tun haben und bei Normalisierung des Blutbildes, Beruhigung und Normalisierung der Körpertemperatur wieder verschwinden.

Die Betroffenen müssen sich also bezüglich des Tinnitus keine Sorgen machen, da es sich hier um ein physiologisches (normales) Phänomen handelt, das streng abgegrenzt werden muss gegenüber dem subjektiven Tinnitus, der im Zusammenhang mit Hörsturz, Knalltrauma, Morbus Menière, Lärmschädigung etc. auftreten kann.

Prof. Dr. med. Gerhard Goebel, Prien
(aus unserer Zeitschrift Tinnitus-Forum 2/99)

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