Kontaktieren Sie uns
Wo Sie uns finden
Deutsche Tinnitus-Liga e. V.
Am Lohsiepen 18
42369 Wuppertal
02.04.2026
Pressemitteilung

Deutsche Tinnitus-Liga richtet Treffen für Mitarbeitende von Kliniken in der Habichtswald-Klinik in Kassel aus

Fundiertes Wissen aus Tinnitus-Forschung und -Therapie

PDF-Download | Pressefoto in Druckqualität

(Wuppertal, 01.04.2026) Am 21. März 2026 fand in der Habichtswald-Klinik in Kassel wieder eine Tagung für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter statt, die stationär oder auch ambulant mit Tinnitus-Betroffenen arbeiten. Die Veranstaltung richtete sich auch an Ärztinnen und Therapeuten, die noch nicht so lange in der Tinnitus-Behandlung tätig sind. Rund 50 Teilnehmende aus ganz Deutschland waren zu der Veranstaltung gekommen, die von der Deutschen Tinnitus-Liga e. V. (DTL) in Zusammenarbeit mit Dr. med. Helmut Schaaf, Leitender Oberarzt der Tinnitus-Klinik Dr. Hesse in Bad Arolsen, ausgerichtet wurde.

Zu Beginn der Tagung begrüßten Bernd Strohschein, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Tinnitus-Liga e. V. (DTL), und Lukas Mann, Kaufmännischer Leiter der Habichtswald-Klinik, die Teilnehmenden. Strohschein dankte der Habichtswald-Klinik sehr herzlich dafür, dass das Treffen der Klinikvertreterinnen und -vertreter wieder in ihren Räumlichkeiten stattfinden konnte ­– und das bereits zum 26. Mal.

Den Auftakt der Vortragsreihe bildete Prof. Dr. med. Birgit Mazurek, Direktorin des Tinnituszentrums Charité – Universitätsmedizin Berlin, die über den aktuellen Stand in der Tinnitus-Forschung referierte. Prof. Mazurek ging auf das biopsychosoziale Modell ein, demzufolge Stress entstehe, wenn die Ressourcen eines Menschen nicht in Balance seien. Aus anhaltendem Stress könnten chronische Erkrankungen resultieren, beispielsweise ein belastender Tinnitus. Gemäß aktuellen Forschungen werde Tinnitus als Netzwerkstörung betrachtet: Tinnitus werde als Folge funktioneller und struktureller Veränderungen in einem weitreichenden neuronalen Netzwerk gesehen, das über die reine Hörverarbeitung hinausgehe. Diese Netzwerke seien für Aufmerksamkeit, Wahrnehmung und die emotionale Bewertung der Ohrgeräusche verantwortlich. Auf die Frage, wohin die Reise in der Zukunft gehe, antwortete Prof. Mazurek, dass diese ganz klar in Richtung personalisierter Medizin führe, die in jedem Fachbereich eine Rolle spiele.

Die Diplom-Ingenieurin und Hörakustikmeisterin Siegrid Meier, M. A. aus Krummesse, die als Beraterin für Audiologie, E-Learning und Gaming in ihrer Firma earlinks tätig ist, gab einen Überblick über die verschiedenen Arten von Hörsystemen wie HdO-Geräte, die hinter dem Ohr, und IdO-Geräte, die im Ohr getragen werden. Sie erläuterte zudem die Eigenschaften moderner Hörsysteme, zu denen der Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI), das Rückkopplungsmanagement zur Unterdrückung des typischen Pfeifens oder auch eine KI-gesteuerte Situationsanalyse nach dem Motto „Ist das Sprache oder kann das weg?“ gehörten. Das Fazit der langjährigen Dozentin an der Akademie für Hörakustik (afh) in Lübeck: Moderne Hörsysteme können das Sprachverständnis optimieren, den Hörkomfort verbessern, den Hörstress mindern sowie bei der Tinnitus-Bewältigung unterstützen.

Im Anschluss zeigte der DTL-Vorstandsvorsitzende Bernd Strohschein auf, was die Deutsche Tinnitus-Liga für Kliniken leisten kann, beispielsweise bei der Vermittlung von Selbsthilfegruppen in der Nachsorge im Anschluss an die Klinikbehandlung oder durch Vorstellung der Kliniken im DTL-Klinik-Wegweiser. Außerdem ging er auch auf weitere Angebote der DTL für Tinnitus-Betroffene ein wie das Beratungstelefon („Betroffene für Betroffene“) oder Arzt-, Psychotherapeuten- und Anwalts-Telefonsprechstunden für Mitglieder. Die DTL arbeitet mit rund 60 Selbsthilfegruppen zusammen und bietet zudem Online-Gruppen an. Die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. wurde 1986 in Wuppertal gegründet und feiert in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen.

Dr. med. Helmut Schaaf, Leitender Oberarzt der Tinnitus-Klinik Dr. Hesse in Bad Arolsen, referierte über das Thema „Neues zu Morbus Menière“ und stellte den Forschungsstand bezüglich der Erkrankung dar, die mit Schwindel, Tinnitus und Hörminderung einhergeht. Solange es keinen Ansatz zur Heilung des Morbus Menière gebe, sei es wichtig zu vermitteln, welche Möglichkeiten Betroffene haben, um die Auswirkungen der Erkrankung so gut wie möglich abzumildern. Dazu gehörten die Dämpfung des akuten Anfalls durch Zäpfchen oder Tabletten gegen die Übelkeit, immer bessere technische Kompensationshilfen bei den Höreinschränkungen durch moderne Hörsysteme, Gleichgewichtsübungen, die Progressive Muskelentspannung, aber auch die Aktivierung eigener Ressourcen in einer Psychotherapie und/oder Selbsthilfegruppen. Im Anschluss an die Vorträge konnten Fragen an die Referentinnen und Referenten gestellt werden, woraus eine lebhafte Diskussion unter den Fachleuten entstand.

Am Nachmittag standen Workshops auf dem Programm. In Workshop 1 erläuterten Dr. med. Helmut Schaaf und Dr. med. Georgios Kastellis, wie sie in der Tinnitus-Klinik Dr. Hesse in Bad Arolsen das Counselling (Aufklärung und Beratung) der Betroffenen durchführen. Detlef Kranz von der Praxis für Psychotherapie aus Mülheim/Essen stellte in Workshop 2 Hypnotherapieansätze bei Tinnitus dar. In Workshop 3 von Martina Heinze, Psychologische Praxis Saarbrücken, ging es um Tinnitus in der ambulanten Psychotherapiepraxis, sowohl vor als auch nach einem Klinikaufenthalt.

Parallel dazu fand nachmittags die Sitzung des Wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Tinnitus-Liga statt, in der renommierte Tinnitus-Expertinnen und -Experten über Behandlungsmethoden, den aktuellen Stand der Forschung und Fragen von DTL-Mitgliedern diskutierten. Die Deutsche Tinnitus-Liga dankt den Referentinnen und Referenten für die aufschlussreichen Vorträge, den Teilnehmenden für ihr Interesse an der Veranstaltung sowie der Habichtswald-Klinik für die Bereitstellung der Räumlichkeiten.

Bildunterschrift:

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Klinikvertretertreffens vor der Habichtswald-Klinik in Kassel. Foto: Sabine Wagner, DTL.

Über die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. (DTL)
Die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. (DTL) vertritt als gemeinnützige Selbsthilfeorganisation die Interessen der Patientinnen und Patienten mit Tinnitus, Hörsturz, Hyperakusis und Morbus Menière sowie ihrer Angehörigen. Rund 10.000 Mitglieder machen die DTL zum größten Tinnitus-Zusammenschluss in Europa und zur anerkannten Partnerin des Gesundheitswesens in Deutschland. Ca. 400 Fachleute gehören der DTL als fördernde Mitglieder an, darunter renommierte Wissenschaftler, HNO-Ärzte, Ärzte weiterer Disziplinen, Hörakustiker, Psychologen und Therapeuten. Außerdem werden rund 60 Selbsthilfegruppen in Deutschland durch die DTL betreut. Gegründet wurde die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. 1986 in Wuppertal – sie feiert in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen.

Weitere Infos: www.tinnitus-liga.de · Facebook: Deutsche Tinnitus-Liga e.V. · Instagram: deutsche­_tinnitus­­_liga

Pressekontakt:

Deutsche Tinnitus-Liga e. V. (DTL) · Sabine Wagner · Am Lohsiepen 18 · 42369 Wuppertal

Tel.: 0202 24652-24 · Fax: 0202 24652-20 · E-Mail: s.wagner@tinnitus-liga.de

News

Aktuelle Beiträge

Welttag des Hörens 2026: „Klingt nach Leben!“

Beitrag lesen

Video-Aufzeichnung: Online-Vorträge zur Tinnitus Awareness Week 2026

Beitrag lesen

40 Jahre DTL – Tinnitus Awareness Week 2026

Beitrag lesen

Deutsche Tinnitus-Liga ist Partnerin im Bündnis #böllerciao

Beitrag lesen

26. Tinnitussymposium der Charité

Beitrag lesen

Forschungsprojekt AgeHearing-QoL

Beitrag lesen

Praxis für Verhaltenstherapie Boppard erste Selbsthilfefreundliche Praxis Deutschlands

Beitrag lesen

Erfahrungsberichte zu Hörsturz bei Musiker:innen gesucht

Beitrag lesen

Lokalreport: Selbsthilfegruppe Tinnitus Siegen

Beitrag lesen

Interview mit Bernd Strohschein in Fachzeitschrift „Sicherheitsbeauftragter“

Beitrag lesen

Ende der Mitgliederbefragung & Verlosung

Beitrag lesen

„Tinnitus ‒ da kann man was machen“

Beitrag lesen
https://www.tinnitus-liga.de/wp-content/uploads/2024/06/Tinnitus_Detail_8.jpg

Account erstellen.

Sie haben schon einen Account?
Noch kein Mitglied? Jetzt DTL beitreten.
https://www.tinnitus-liga.de/wp-content/uploads/2024/06/Tinnitus_Detail_8.jpg

Anmelden.

Sie haben noch keinen Account?
Noch kein Mitglied? Jetzt DTL beitreten.
https://www.tinnitus-liga.de/wp-content/uploads/2024/06/Tinnitus_Detail_8.jpg

Passwort zurücksetzen.

Legen Sie ein neues Passwort für Ihren Account fest.

Konto wirklich löschen?

Sind Sie sicher, dass Sie Ihr Konto löschen möchten? Wir übernehmen die Löschung für Sie und werden uns in Kürze bei Ihnen melden. Bitte beachten Sie, dass Ihre DTL-Mitgliedschaft mit Löschung des Benutzerkontos nicht endet.