Projekt für Kindertagesstätten und Schulen 

„Lärmprävention für Kinder und Jugendliche“

Die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. (DTL) hat es sich zur Aufgabe gemacht, das öffentliche Bewusstsein für lärmbedingte Störungen durch eine intensivierte Aufklärung und konsequente Förderung der Prävention zu stärken. Zu diesem Zweck wurde das Projekt „Lärmprävention für Kinder und Jugendliche“ ins Leben gerufen. Das vorrangige Ziel des Projekts ist es, Kinder für die Themen Lärmprävention und Hören zu sensibilisieren und sie darüber aufzuklären. Spezifische Ziele sind unter anderem die Aufklärung und Sensibilisierung in Kindertagesstätten und Schulen durch Infotage, Projekttage oder Projektwochen mit Spielen und Experimenten rund um die Themen Lärm und Hören und die Auswirkungen von Lärm auf Kinder und Jugendliche. 

Der Hintergrund

Schall kommt bei Säuglingen und Kleinkindern lauter an der Ohrmuschel an als beim Erwachsenen. Sie haben Probleme, Störgeräusche und Nutzschall zu trennen, und es fällt ihnen schwerer, Sprache bei Hintergrundgeräuschen zu verstehen. Es hat sich in Feldstudien unter anderem gezeigt, dass Kinder, die chronisch Lärm ausgesetzt sind, Defizite im Bereich des Lesens aufweisen, die zum Teil durch lärmbedingte Störungen in der Entwicklung der Sprachwahrnehmung hervorgerufen werden.

Lärm kann die Konzentrationsfähigkeit beeinträchtigen, die Kommunikation behindern, den Schlaf rauben, die Stimmung beeinflussen und Aggressionen hervorrufen. Die Sprache wird eintönig und der Sprachrhythmus und die Sprachmelodie verschwinden. Lärm schädigt das Gehör und die Gesundheit. Sind die Hörbedingungen ungünstig, verschlechtern sich für die Kinder die Lern- und Entwicklungschancen. Vor allem, wenn zusätzliche Problemlagen wie Sprachprobleme, Kinder mit anderen Erstsprachen, Hörstörungen oder Lernbehinderungen vorliegen. Genau aus diesem Grund hat es sich die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. zur Aufgabe gemacht, schon sehr früh ein Bewusstsein zur Vermeidung eines gesundheitsschädigenden Verhaltens zu fördern. Dazu gehören besonders die Sensibilisierung und Aufklärung.

Die Ausgangssituation

Die Langzeitstudie „OHRKAN“ des Bayerischen Gesundheitsministeriums bestätigt, dass bei Jugendlichen das Risiko für eine Hörminderung steigt. Im Jahr 2013 setzten sich noch 33 Prozent von über 1000 befragten Schülern zwischen 13 und 19 Jahren in ihrer Freizeit einer Lärmbelastung von über 85 Dezibel aus. Heute sind es schon 64 Prozent. Die häufigsten Lärmquellen für Kinder sind unter anderem Kinderspielzeuge, Feuerwerkskörper, Musikabspielgeräte wie Smartphones und MP3-Player und Lärmquellen der Erwachsenen. Laut Bundesärztekammer muss zum einen das öffentliche Bewusstsein für lärmbedingte Störungen verbessert werden, zum Beispiel durch eine verstärkte Aufklärung der Bevölkerung. Zum anderen muss eine konsequente Förderung der Prävention in Kindertagesstätten und Schulen erfolgen. 

Die Grundlagen 

Mindestens 25 Prozent der Jugendlichen haben bereits einen messbaren, lärmbedingten Hörschaden. Der Schutz vor einer medizinisch unheilbaren Gehörschädigung durch Freizeitlärm muss daher eine wichtige Aufgabe in der Prävention werden. Da der riskante Umgang mit dem Gehör so stark verbreitet ist und von den Jugendlichen unkritisch in Kauf genommen wird, muss es zu einer Sensibilisierung für das „Hin-Hören“ und „Zu-Hören“ kommen. 

Die Bevölkerung muss auf die Gefahren hingewiesen werden. Dies gilt insbesondere für die Gefährdung von Kindern und Jugendlichen, die diese Risiken selbst zu erkennen noch nicht in der Lage sind. Dies hat sich die DTL zu ihrer Aufgabe gemacht und das Projekt ins Leben gerufen.

Die Zielgruppe

Die Zielgruppe des Projekts sind alle Kinder im Kindertagesstätten- und Schulalter, aber auch deren pädagogische Bezugspersonen, also Erziehende, Lehrende und Eltern. Da die Erziehenden, Lehrenden und Eltern unmittelbare Bezugspersonen der Kinder sind und mögliche Hörschäden der Kinder am ehesten wahrnehmen, werden auch sie in das Projekt involviert. 

Um die Kinder rechtzeitig über die Themen Lärm und Hören aufzuklären, sie zu sensibilisieren und vor Hörschäden zu schützen, setzt das Projekt bei Kindergarten- und Grundschulkindern an. Später soll das Projekt gegebenenfalls unter anderem mithilfe von Multiplikatoren angeboten werden.

Die Ziele

Das vorrangige Ziel ist es, Kinder zum Thema Lärmprävention und Hören zu sensibilisieren, aufzuklären und ein Bewusstsein zu schaffen. Spezifische Ziele sind: 
•    Aufklärung und Sensibilisierung in Kindertagesstätten-Gruppen und Schulklassen durch Infotage, Projekttage oder -wochen, Workshops, Spiele und Experimente rund um das Thema „Hören“, Infos über das Ohr und die Auswirkungen von Lärm auf Kinder und Jugendliche
•    Informieren über einfache Maßnahmen in den Räumlichkeiten der Kindertagesstätten und Grundschulklassen zur Gewährleistung einer dauerhaften Lärmreduktion
•    Vernetzte Zusammenarbeit mit anderen Institutionen, Einrichtungen und Akteuren 

Die Leistungen 

Das bundesweite Projekt bietet kostenfreie Informationstage, Workshops, Projekttage oder -wochen in Kindertagesstätten und Schulen an. Das Konzept beinhaltet verschiedene Maßnahmen während der Projektausführung, unter anderem eine anatomische Erläuterung des Gehörs sowie verschiedene Spiele und Experimente. Nach einer Bedarfsanalyse jeder Kindertagesstätte oder Schule wird gemeinsam mit der Leitung festgelegt, in welchem Umfang das Projekt stattfinden soll. Das bedeutet, dass das Projekt individuell angepasst werden kann. Mögliche Experimente und Spiele zum Thema können individuell zusammengestellt werden. 

Zusätzlich können bei Bedarf Informationsabende zum Projekt für die Eltern der Kinder stattfinden, sodass auch die Eltern wissen, was das Projekt beinhaltet, und sie ihre Zustimmung für die Arbeit mit ihren Kindern geben können. Die Durchführung des Projekts erfolgt unter Einhaltung des Datenschutzgesetzes. Die DTL arbeitet vernetzt mit verschiedenen Fachleuten, die bei Bedarf zum Beispiel als Gastsprecher während eines Projekttags eingebunden werden können. 

Kooperationen und Methoden 

Es wird vor allem netzwerkorientiert gearbeitet und der Kontakt zu bereits bekannten Institutionen intensiviert. Innerhalb der Kindertagesstätten und Schulen soll in kleinen Gruppen gearbeitet werden, sodass eine individuelle Ansprache möglich ist und intensiv mit den Kindern agiert werden kann. Ehrenamtliche Mitarbeiter sollen zu einem späteren Zeitpunkt gegebenenfalls als Multiplikatoren eingesetzt werden und das Projekt bundesweit in Kindertagesstätten und Schulen ausführen. 

Rahmenbedingungen und Voraussetzungen

Die Projektarbeit findet größtenteils in den Räumlichkeiten der jeweiligen Kindertagestätten oder Schulen statt. Die Räume für die Ausführung des Projekts werden jeweils vor Ort mit den Ansprechpartnern abgesprochen. 

Die Qualitätssicherung

Um ein Feedback der Kindergartenkinder zu erhalten, werden sie am Ende des Projekts gefragt, was sie besonders gut fanden und ob es etwas gab, was ihnen nicht so gut gefallen hat. Je nach Alter können die Kinder hier schon gut auf die Fragen antworten. Um nach Durchführung des Projekts ein Feedback der älteren Kinder zu bekommen, werden die einzelnen Aktivitäten am Ende des Tages von den Kindern bewertet. Dies kann mithilfe verschiedener Bewertungssysteme erfolgen. Somit wird ersichtlich, welche Aktivitäten die Kinder gut oder weniger gut fanden.

>>>Lesen Sie hier einen ausführlichen Bericht über das Pilotprojekt im Hochschulkindergarten e. V. Wuppertal

Interessierte Kindergärten und Schulen können sich gerne bei der Deutschen Tinnitus-Liga e. V. (DTL) melden. Informationen zu dem Projekt erhalten diese bei:
Alina Pouryamout (Projektleiterin, Sozialpädagogin)
Telefon: 0202 24652-21
E-Mail: a.pouryamout[at]tinnitus-liga.de 

Konzept „Lärmprävention für Kinder und Jugendliche“: © Deutsche Tinnitus-Liga e. V. (DTL)

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