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Deutsche Tinnitus-Liga e. V.
Am Lohsiepen 18
42369 Wuppertal
19.12.2025
Pressemitteilung

Deutsche Tinnitus-Liga ist Partnerin im Bündnis #böllerciao

Bündnis #böllerciao: Feuerwerk gehört nicht in private Hände!

PDF-Download | Foto Silvesternacht | Abbildung #böllerciao

(Wuppertal, Dezember 2025) Die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. (DTL) warnt seit Langem vor den Gefahren durch Silvesterknaller und ist seit einigen Jahren Partnerin im Bündnis #böllerciao der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Dem Bündnis für ein böllerfreies, friedliches Silvester gehören mittlerweile bereits 59 Organisationen an, darunter Polizeigewerkschaft, Ärzteschaft, Tierschutzorganisationen und erstmals auch das Deutsche Kinderhilfswerk. Der anhaltende Druck des Bündnisses zeigt Wirkung: Das Böllerverbot ist in aller Munde, war Thema im Bundestag sowie auf der Innenministerkonferenz Anfang Dezember, und es gibt ein enormes Medienecho. Dennoch ist das Ergebnis aus der Innenministerkonferenz nicht weitreichend genug, um die Bevölkerung vor den Folgen der Silvesterknallerei zu schützen, zu denen auch Tinnitus und Hörminderung durch Knalltraumata gehören können.

Das Böllerverbot ist viel diskutiert, jedoch ist das Ergebnis der Innenministerkonferenz vom 5. Dezember 2025 in Bremen, bei der das Thema auf der Agenda stand, nicht weitreichend genug und deswegen eine verpasste Chance in Bezug auf ein bundesweites Böllerverbot. Über 11.000 Kommunen sollen nun einzeln regeln, was längst schon hätte national entschieden werden müssen. Das Ergebnis ist ein Flickenteppich, der jedes Jahr weiterhin tausende Verletzte, Angriffe auf Einsatzkräfte und panische Haustiere bedeutet. Die Deutsche Umwelthilfe stellt klar: Das reicht so nicht! Ein echter Schutz für Mensch, Tier und Umwelt kann nur durch ein bundesweites Verkaufs- und Anwendungsverbot privater Pyrotechnik gewährleistet werden.

Genau das fordert die Deutsche Umwelthilfe – gemeinsam mit nunmehr 59 Organisationen des #böllerciao-Bündnisses – von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt. Der offene Brief sendet ein klares Signal: Feuerwerk gehört nicht in private Hände! Bundesinnenminister Dobrindt ist aufgefordert, aktiv zu werden und durch eine einfache Änderung des Sprengstoffrechts bundesweit ein absolutes Böllerverbot zu erlassen. Die Petition des #böllerciao-Bündnisses dazu haben bereits weit mehr als 750.000 Menschen unterschrieben. Link zur Petition: https://mitmachen.duh.de/boellerfreies-silvester/

Silvesterböller und -raketen können mit Schalldruckpegeln von bis zu 160 Dezibel, einer Lautstärke vergleichbar mit der eines Pistolenschusses, schwere Gehörschäden verursachen. Ein solches Knalltrauma kann eine lebenslange Schwerhörigkeit sowie Tinnitus auslösen. Deshalb unterstützt die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. (DTL) das Bündnis der Deutschen Umwelthilfe für ein böllerfreies Silvester. Eine Anfrage bei der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V. (DGHNOKHC) bestätigt unsere Auffassung.

Die DGHNO-KHC setzt sich für Prävention und Aufklärung zu den Risiken von Feuerwerkskörpern ein. Im Jahr 2021 wurde von Dr. med. Veronika Flockerzi, HNO-Ärztin am Universitätsklinikum des Saarlandes in Homburg und Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie, unter Mithilfe derselben unter dem Stichwort „Knalltrauma-Register“ eine deutschlandweite Datensammlung zu neuro-otologischen Verletzungen durch Pyrotechnik zum Jahreswechsel gestartet. Verlässliche aktuelle Daten zur Häufigkeit von Hörschäden durch explodierende Feuerwerkskörper fehlen nach Angaben der DGHNO-KHC derzeit noch, da nur diejenigen Fälle erfasst werden können, die von einzelnen Kliniken gemeldet werden, und die Beteiligung deutschlandweit leider nicht vollständig ist. Das Deutsche Knalltrauma-Register soll aber weitergeführt werden.

Über die Jahre hinweg lassen sich jedoch Tendenzen ableiten: Den vorliegenden Ergebnissen aus dem Knalltrauma-Register zufolge ist Tinnitus der häufigste Grund, weshalb Personen HNO-ärztliche Hilfe bei feuerwerksbedingten Verletzungen suchen, gefolgt von Hörminderung, vereinzelt auch Schwindel. Es sind dreimal mehr Männer betroffen als Frauen. Besonders tragisch: Zwei Drittel der gemeldeten Verletzten sind Zuschauer, das bedeutet, dass es häufig auch unbeteiligte Personen trifft. Bei den Verletzten reicht die Altersspanne von wenigen Wochen bis über 80 Jahre. Etwa ein Viertel der Betroffenen ist minderjährig. Diese vorgestellten Ergebnisse bestätigen die Auffassung der Deutschen Tinnitus-Liga, dass Feuerwerk nicht in die Hände von Privatpersonen gehört.

Bildunterschriften:

  • Foto Silvesternacht: Leider viel zu häufig notwendig: Rettungswagen- und Polizei-Einsatz in der Silvesternacht, hier ein Bild aus Hamburg. Foto: © Deutsche Umwelthilfe/Mika Grunwaldt.
  • Abbildung #böllerciao: Das Bündnis #böllerciao fordert ein friedliches, böllerfreies Silvester für alle. Abbildung: © Deutsche Umwelthilfe/© IMAGO/Marius Schwarz.

Über die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. (DTL)
Die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. (DTL) vertritt als gemeinnützige Selbsthilfeorganisation die Interessen der Patientinnen und Patienten mit Tinnitus, Hörsturz, Hyperakusis und Morbus Menière sowie ihrer Angehörigen. Rund 11.000 Mitglieder machen die DTL zum größten Tinnitus-Zusammenschluss in Europa und zur anerkannten Partnerin des Gesundheitswesens in Deutschland. Ca. 500 Fachleute gehören der DTL als fördernde Mitglieder an, darunter renommierte Wissenschaftler, HNO-Ärzte, Ärzte weiterer Disziplinen, Hörakustiker, Psychologen und Therapeuten. Außerdem werden rund 60 Selbsthilfegruppen in Deutschland durch die DTL betreut. Gegründet wurde die Deutsche Tinnitus-Liga e. V. 1986 in Wuppertal – sie feiert im nächsten Jahr ihr 40-jähriges Bestehen.

Weitere Infos: www.tinnitus-liga.de · Facebook: Deutsche Tinnitus-Liga e.V. · Instagram: deutsche_tinnitus_liga

Pressekontakt:
Deutsche Tinnitus-Liga e. V. (DTL) · Sabine Wagner · Am Lohsiepen 18 · 42369 Wuppertal
Tel.: 0202 24652-24 · Fax: 0202 24652-20 · E-Mail: s.wagner@tinnitus-liga.de

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