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Tipps - täglich neu

Mit Tinnitus zum Zahnarzt

 

Folgende Empfehlungen für Tinnitus-Patienten beim Zahnarztbesuch stammen von befreundeten Zahnärzten der DTL:

? Bleiben Sie beim Zahnarzt Ihres Vertrauens.

? Lassen Sie die Behandlung nicht mit einem Turbinenbohrer durchführen. Bitten Sie vielmehr um den Einsatz von Bohrern mit elektrischem Antrieb (schnelllaufendes Winkelstück). Deren Geräusch ist wesentlich weniger belastend und leiser.

? Verwenden Sie während der Behandlung Ohrstöpsel oder einen Ohrschallschutz wie Arbeiter, die berufsbedingt lauten Geräuschen ausgesetzt sind. Etwas problematischer ist allerdings die Oberkieferbehandlung von Tinnituspatienten mit Hyperakusis. Die Schallleitung geht nämlich über den knöchernen Schädel, so dass die Geräusche durch den üblichen Gehörschutz nur wenig reduziert werden. Im Unterkiefer werden Bohrgeräusche normalerweise als nicht so laut empfunden. Übrigens: Es gibt auch Zahnärzte, die bei langen Behandlungen mit Gehörschutz arbeiten.

? Benutzen Sie einen Walkman mit entspannender Musik (besonders geeignet bei ängstlichen Patienten). Wer mit angenehmer Musik die Außengeräusche und einen Teil seines Tinnitus überhören kann, der sollte damit beim Zahnarzt einen Versuch machen. Die Lautstärke sollte so eingestellt sein, dass das Wahrnehmen von Musik deutliche Aufmerksamkeit erfordert, die dann für die für viele unangenehme Behandlungssituation nicht mehr zur Verfügung steht.

? Neuerdings werden zahnärztliche Behandlungen in Hypnose angeboten. Dies ist aber noch keine weitverbreitete Methode. Therapeuten bitte erfragen bei der deutschen Gesellschaft für Hypnose e.V., Drueffels Weg 3, 48653 Coesfeld, Tel.: (02541)7 00 07, Fax: (02541)7 00 08.

? Lieber mehrere, dafür kürzere Sitzungen vereinbaren,
insbesondere dann, wenn der Tinnitus durch eine Kiefergelenks- oder Kaumuskelproblematik hervorgerufen ist. Durch die Anspannung bei der Behandlung oder durch das lange Offenhalten des Mundes kann eine kurzzeitige Verstärkung des Tinnitus auftreten. Hier ist es hilfreich, in regelmäßigen Abständen durch kleine Pausen für Entlastung zu sorgen.

? Von einem Facharzt für Mund-Kiefer- und Gesichtschirurgie kam
die Empfehlung einer medikamentösen Ruhigstellung während und Tage nach der Zahnarztbehandlung, bis die unmittelbaren Folgen der Behandlung überstanden seien. Von ihm kam auch der Hinweis, dass sehr spezielle zahnärztliche Maßnahmen, vorrangig im Unterkiefer-Seitenzahnbereich, geeignet sind, einen Tinnitus sowohl positiv als auch negativ zu beeinflussen.

Leider machen diese vielfältigen Probleme Tinnitus-Patienten oft zu weniger beliebten Patienten, die den Praxisablauf stören können. Ein offenes Gespräch mit dem behandelnden Zahnarzt sollte jedoch für beide Seiten zu einer zufriedenstellenden Lösung führen. Mit den genannten Hilfsmöglichkeiten kann sicherlich jede/r Betroffene/r schonend und ohne zusätzliche Belastung durch unangenehme Geräusche behandelt werden.

(aus unserer Zeitschrift Tinnitus-Forum 4/97)


 

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